Hallo, ich war um 2018 für ca. ein Jahr im JuGenial-Kosmos und werde dazu ein paar Worte verlieren. Mittlerweile 25 Jahre alt, damals um die 18, war JuGenial meine letzte Anlaufstation nach vielen anderen Heimen und sozialen Maßnahmen.
In der Zeit bei JuGenial habe ich große Schritte in meiner persönlichen Selbstfindung machen können. Ich konnte meine negative Attitüde und Ängste allem gegenüber ein starkes Stück ablegen und habe mich nicht mehr durch meine Auffälligkeiten und Fehltritte definieren müssen. Dies kann natürlich dem Alter geschuldet sein, da viele junge Menschen in dem Alter diesen Prozess durchlaufen.
JuGenial hat mir trotzdem ein ruhiges und sicheres Umfeld gegeben, in dem es mir einfach fiel, mich auf neue Seiten von mir einzulassen. Ohne dieses Umfeld wäre mir das wahrscheinlich nicht gelungen.
Frau Huvermann hat ein starkes Bedürfnis danach, jungen Menschen zu helfen, und ist allen in der Gruppe immer auf Augenhöhe begegnet. Dies wird von mir, aber auch von anderen Gruppenkollegen in Gesprächen – auch Jahre später – so gesehen.
Es ist schwer, ein ‘warmes’ Gefühl in einer Jugendhilfeeinrichtung zu schaffen, dennoch war JuGenial der einzige Ort, den ich so in Erinnerung halte.
In Zeiten, in denen kein Heim mich aufnehmen wollte, wurde ich mit offenen Armen und ohne Vorurteile aufgenommen. Meine Fehltritte wurden mir nicht maximal kritisch ausgelegt und meine guten Momente hervorgehoben. Ich habe es geschafft, auf Aspekte von mir stolz zu sein. Für mich persönlich war JuGenial ein großer Wendepunkt.
Die Lage in Kirchberg an der Jagst lässt einen die große weite Welt vergessen und gibt Raum, sich auf sich und seine Ziele zu konzentrieren.
Natürlich war nicht alles rosig und es gab auch Konflikte. Rückblickend wurden diese immer sehr fair gelöst und nie unnötig eskaliert. Die Gruppendynamik war immer im Rahmen und ist nie außer Kontrolle geraten, wie ich es in anderen Heimen oft erlebt habe. Ich bin ernsthaft überzeugt von dem Jugendhilfekonzept und dankbar für die Zeit.
Einfach gesagt: Ich hätte mir für keine andere Jugendhilfeeinrichtung, in der ich war, die Zeit genommen, diesen Text zu schreiben.